Posts mit dem Label Birgit Cerha werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Birgit Cerha werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 21. Juni 2017
Am Persischen Golf verhärten sich die Fronten
Im beispiellosen Streit Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten mit Katar geht es um die Neuordnung der Kräfteverhältnisse in der gesamten Region – Ein höchst gefährliches Unterfangen
von Birgit Cerha
[Bild: Tamim bin Hamad al Thani]
Ist Saudi-Arabiens martialischer Verteidigungsminister, der eben zum Kronprinzen gekürte Königssohn Mohammed bin Salman, allgemein „MbS“ genannt, zu weit gegangen? Nichts deutet in der dritten Woche beispielloser Isolation durch Riad und deren Verbündete - die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain – gegen den Bündnisbruder im Golfkooperationsrat (GCC) Katar darauf hin, dass sich dieser superreiche Ministaat zum Vasallen degradieren lassen würde. Ganz im Gegenteil. Seit die drei Golfstaaten gemeinsam mit Ägypten am 6. Juni die diplomatischen Beziehungen zu Doha abbrachen, den Luftraum für katarische Flugzeuge und die einzige Landverbindung Katars (zu Saudi-Arabien) sperrten, blieben Vermittlungsbemühungen erfolglos. Die Fronten haben sich verhärtet. Nicht wie von „MbS“ erhofft, hat die Blockade Katars Emir Tamim bin Hamad rasch in die Knie gezwungen. Lebensmittelengpässe im importabhängigen Wüstenstaat wurden prompt durch Lieferungen aus dem Iran, wie der Türkei und die Eröffnung neuer Handelswege behoben. Ökonomisch steht Katar mit seinen 2,7 Millionen Bewohnern (davon nur 300.000 Staatsbürger) und weltweiten Finanzanlagen von etwa 335 Mrd. Dollar auf festem Boden.
Weiterlesen ...
Donnerstag, 8. Juni 2017
Jordanien: der unentbehrliche Partner
Die Verlegung der Bundeswehr-Soldaten aus der Türkei weckt in Amman große Hoffnungen und und könnte den Weg zu einer Stärkung des Königreiches ebnen
von Birgit Cerha
Jordanien war für Berlin die logische Wahl. Wenn die rund 260 Bundeswehr-Soldaten mit ihren „Tornado“-Aufklärungsjets und einem Tankflugzeug aus dem türkischen Incirlik in das Haschemitenreich ziehen und sich in Al-Asrak, einem der drei Luftwaffenstützpunkte,nahe der Südgrenze zu Syrien, einrichten, dann können sie auf relative Stabilität inmitten blutigster Turbulenzen bauen und sich zugleich die Möglichkeit schaffen, wenn als nötig empfunden noch weitere tausend Kilometer in den Mittleren Osten vorzudringen. Zudem herrscht in Amman einer der pro-westlichsten Führer der Region. Die Stationierung der deutschen Soldaten stärkt entscheidend die ökonomisch bereits engen Beziehungen zwischen beiden Ländern nun auch militärisch im Kampf gegen radikal-islamistischen Terror.
Weiterlesen ...
Freitag, 19. Mai 2017
Saudi-Arabien: der gefährlich zwiespältige Freund
Die enormen Risiken einer von US-Präsident Trump angestrebten engen Allianz mit dem Reich der radikal-islamistischen Wahhabiten
von Birgit Cerha
US-Präsident Trump hat das Ölreich Saudi-Arabien zum wichtigsten Anker einer Politik weltweiter (insbesondere mittelöstlicher) Krisenbewältigung gewählt. Nicht deutlicher konnte der weltpolitisch Ahnungslose diese Absicht signalisieren, als er Riad zu seinem ersten Ziel seiner ersten Auslandsreise als US-Präsident erkor. Prinz Mohammed bin Salman, Verteidigungsminister, Lieblingssohn des Königs, „aufsteigender Stern“ am politischen Wüstenhimmel, schwelgt in Freude über diesen „historischen Wendepunkt“, der neue Beziehungen in Bereichen der Politik, des Militärs, der Sicherheit und der Wirtschaft verheiße. Mit Investitionen von 40 Mrd. Dollar in die Infrastruktur der USA – ein Lieblingsprojekt Trumps – will Riad nach den Jahren der Eiszeit unter Obama den neuen Freund im Weißen Haus entlohnen. Und Trump traf Freitag mit dem Plan eines der größten Waffengeschäfte der Geschichte (Kriegsgeräte im Wert von mehr als 300 Mrd. Dollar) in der Tasche im Königreich ein, wo er etwa 50 Führern der islamisch-sunnitischen Welt, darunter unzählige, Menschenrechte mit Füßen tretende Diktatoren, seine vage Vision einer “Arabischen NATO“ verkünden wird.
Weiterlesen ...
von Birgit Cerha
US-Präsident Trump hat das Ölreich Saudi-Arabien zum wichtigsten Anker einer Politik weltweiter (insbesondere mittelöstlicher) Krisenbewältigung gewählt. Nicht deutlicher konnte der weltpolitisch Ahnungslose diese Absicht signalisieren, als er Riad zu seinem ersten Ziel seiner ersten Auslandsreise als US-Präsident erkor. Prinz Mohammed bin Salman, Verteidigungsminister, Lieblingssohn des Königs, „aufsteigender Stern“ am politischen Wüstenhimmel, schwelgt in Freude über diesen „historischen Wendepunkt“, der neue Beziehungen in Bereichen der Politik, des Militärs, der Sicherheit und der Wirtschaft verheiße. Mit Investitionen von 40 Mrd. Dollar in die Infrastruktur der USA – ein Lieblingsprojekt Trumps – will Riad nach den Jahren der Eiszeit unter Obama den neuen Freund im Weißen Haus entlohnen. Und Trump traf Freitag mit dem Plan eines der größten Waffengeschäfte der Geschichte (Kriegsgeräte im Wert von mehr als 300 Mrd. Dollar) in der Tasche im Königreich ein, wo er etwa 50 Führern der islamisch-sunnitischen Welt, darunter unzählige, Menschenrechte mit Füßen tretende Diktatoren, seine vage Vision einer “Arabischen NATO“ verkünden wird.
Weiterlesen ...
Donnerstag, 11. Mai 2017
Wer führt künftig die „Islamische Republik“?
Die Präsidentschaftswahlen im Iran stellen entscheidende Weichen für die Nachfolge des krebskranken Ayatollah Khamenei
Von Birgit Cerha
Nie in den vergangenen vier Jahren geriet er in ernsthaften Konflikt mit den Mächtigsten im System der „Islamischen Republik“. Doch nun wagt Irans Präsident Rouhani ungewöhnliche Verbalattacken gegen die einflussreichsten Hardliner um den „Geistlichen Führer“ Khamenei: „Wir führen diesen Wahlkampf, um jenen, die Gewalt und Extremismus praktizieren, klarzumachen, dass ihre Zeit vorüber ist.“ Und Rouhani wagt sogar offene, wiewohl indirekte, Kritik an der mächtigsten Institution des Iran, den „Revolutionsgarden“ - ein Tabu im „Gottesstaat“: „Jene, die für die Sicherheit der Bevölkerung bestimmte öffentliche Gelder ausgeben“ sollten nicht „Hoffnungslosigkeit‘“ verbreiten. Die dreiwöchige Kampagne für die Präsidentschaftswahlen am 19. Mai tobt in voller Heftigkeit. Dabei sind diese Wahlen keineswegs frei und fair. Das herrschende theokratische System lenkt sie rigoros nach seinen Machtinteressen. Und dennoch besitzen sie Bedeutung, diesmal eine ganz besondere.
Weiterlesen ...
Dienstag, 28. März 2017
Kurden – die ewigen Verlierer?
Birgit Cerha
„Die Stunde der Kurden“ lautet der Titel eines im Vorjahr
erschienen Buches. Nicht nur Vertreter dieses größten Volkes der Welt
ohne Staat erhofften sich von den Folgen des „Arabischen Frühlings“, der
den Nahen Osten seit Beginn des Jahres 2011 in immer blutigere
Turbulenzen stürzte, eine einzigartige Chance auf Wiedergutmachung eines
gravierenden historischen Unrechts. Auch unabhängige Analysten hielten
solche Veränderungen für durchaus möglich.
Als die Terrormiliz des „Islamischen Staates“ (IS) 2014 die am Ende
des Ersten Weltkrieges gezogenen und sich bis dahin als unverrückbar
erwiesenen Grenzen durchstieß, um auf dem Boden des Iraks und Syriens
ein einziges neues staatliches Gebilde zu schaffen, da stiegen die
Kurden in beiden Ländern zur wichtigsten militärischen Stütze, zu den
verlässlichsten, tapfersten und effizientesten Verbündeten der von den
USA geführten internationalen Anti-Terrorallianz auf.
Weiterlesen ...
Mittwoch, 8. Februar 2017
Sisis „Republik der Panik“
Sechs Jahre nach dem Sturz Diktator Mubaraks herrschen in Ägypten
Unterdrückung und Angst wie nie zuvor – Nur wenige haben die Hoffnung
nicht verloren
von Birgit Cerha
„Wir sind auf dem rechten Kurs.“ Ägyptens Militärdiktator Abd al
Fatah al Sisi gibt sich den Anschein von Zuversicht, während sein Volk
der 18 euphorischen Tage gedenkt, der Revolution der Massen, die am 11.
Februar 2011 Hosni Mubarak, im Volksmund vielsagend der „Pharao“
genannt, nach drei Jahrzehnten der Diktatur vom Thron stürzten.
Weiterlesen ...
Montag, 9. Januar 2017
Iran verlor eine mächtige Stimme der Vernunft
Der Tod Hashemi Rafsandschanis trifft die Islamische Republik, aber
auch die gesamte Region in einem besonders kritischen Zeitpunkt
von Birgit Cerha
„Die Seele eines großen Mannes der Revolution, eines Symbols der
Geduld und der Stärke ist in den Himmel aufgestiegen.“ Mit diesen Worten
beschreibt Irans Präsident Rouhani den Tod seines wichtigsten Mentors,
Ex-Präsident Hashemi Rafsandschani, der Sonntag im Alter von 82 Jahren
einem Herzinfarkt erlag. Mit einer dreitägigen Staatstrauer
verabschiedet die „Islamische Republik“ einen Geistlichen, der ihrem
Gründer Khomeini nahe gestanden war, ihn wie kaum ein anderer
beeinflusst und mitunter auch gelenkt hatte und der in verschiedensten
Funktionen, zweimal auch als Präsident, die Geschicke des Landes als
mächtigster Politiker bestimmt hatte. Sein Tod hätte für die gemäßigten
Kräfte in der “Islamischen Republik“, ja für Rouhani selbst, aber auch
für die gesamte Region zu kaum einem kritischeren Zeitpunkt kommen
können.
Weiterlesen ...
Freitag, 6. Januar 2017
Putin demonstriert seinen Triumph in Syrien
Von Birgit Cerha
Teilabzug der russischen Truppen – Doch der Krieg ist noch lange nicht zu Ende
Als „Teilerfüllung“ seiner militärischen Mission in Syrien will Russlands Präsident Putin die Freitag begonnene Reduzierung der russischen Militärkraft am Mittelmeer verstanden wissen. Der gigantische Flugzeugträger Kuznetsov, der vom russischen Marinestützpunkt Tartus aus ab November entscheidend zur Niederlage der Rebellen in Ost-Aleppo beigetragen hatte, trat seine Heimreise an. Wieviele russische Militärkräfte ihm folgen werden, bleibt offen und gibt Anlass zu Mutmaßungen, dass dieser groß angekündigte Rückzug mehr symbolisch/politische als strategisch/militärische Bedeutung haben könnte.
Weiterlesen ...
Samstag, 17. Dezember 2016
Die Kinderterroristen des “Islamischen Staates”
Warum Extremistenorganisationen zunehmend Minderjährige als Kämpfer, Mörder und für Selbstmordattentate einsetzen
von Birgit Cerha
Die Festnahme eines Zwölfjährigen, der einen Bombenanschlag auf den
Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen geplant haben soll, wirft ein
Schlaglicht auf die laut Experten „in beispiellosem Ausmaß“ zunehmende
Mobilisierung von Kindern und Jugendlichen für Terrorakte durch radikale
Islamistenorganisationen wie den „Islamischen Staat“ (IS), die
nigerianische Boko Haram und die afghanischen Taleban.
Weiterlesen ...
“Wir schmelzen wie Kerzen”
Angesichts der Welle von Terror, Entführungen und Morden, kann das Christentum in seiner nahöstlichen Geburtsregion überleben?
„Sie haben mein Auto zerstört, meine Kirche vor meinen Augen in
Brand gesteckt. Sie haben mir ins Bein geschossen. Neun Tage lang haben
sie mich gefangen gehalten , meine Nase, meine Zähne mit einem Hammer
eingeschlagen, einen Wirbel gebrochen. Christ sein im Irak ist eine
unmögliche Mission“, klagt der Priester Douglas Bazi. „Wie können meine
Glaubensbrüder hier och existieren?“
Weiterlesen ...
Donnerstag, 15. Dezember 2016
Zeit für die Wahrheit
von Birgit Cerha
Syrien erlebt nicht nur einen Krieg, der sich in die Reihe der
grausamsten der Neuzeit einordnet. Es ist ein Krieg, der trotz
modernster Kommunikationsmittel die Außenwelt weitgehend ratlos lässt.
Was dort an Verbrechen und Barbareien tatsächlich geschah und geschieht,
von wem verübt, bleibt bisher weitgehend im Dunkeln. Wenn Assad
beklagt, dass der Westen das Leid der in Ost-Aleppo eingeschlossenen
Zivilisten beweint und jenes in den von ihm kontrollierten Gebieten
ignoriert, so betreibt er nach alter Manier Propaganda. Und dennoch
enthält die Kritik so manche Wahrheit.
Weiterlesen ...
Aleppo und kein Ende der Pein
Zusammengebrochener Waffenstillstand – keine Hilfe für verwundete Zivilisten – ein neues Kapitel des Elends beginnt in Syrien
von Birgit Cerha,
„Verwundete und Tote liegen in den Straßen. Niemand kann sie
retten, niemand kann sie bergen.“ Wieder dringen Rufe totaler
Verzweiflung aus Ost-Aleppo, nachdem der Dienstag abend zwischen
Diktator Assads Verbündeten Russland und der die Rebellen
unterstützenden Türkei vereinbarte Waffenstillstand kaum eine Stunde
gehalten hatte. Bomben des Regimes fallen wieder auf die letzten
Widerstandsnester in der einst wichtigsten Wirtschaftsmetropole des
Landes. Tausende, vielleicht Zehntausende Menschen bleiben
eingeschlossen.
Weiterlesen ...
Freitag, 9. Dezember 2016
Ein Wendepunkt im Syrienkrieg
Der bevorstehende Verlust Ost-Aleppos raubt den Rebellen jede Siegschance – Doch ein Friede bleibt in weiter Ferne
Weiterlesen ...
von Birgit Cerha
Aleppo bebt. Jets des syrischen Regimes und seines russischen
Retters bombardieren konsequent, gnadenlos und menschenverachtend den
Ostteil der Stadt und die Umgebung. Niemand kann mehr in der
dreiwöchigen Schlacht um dieses wichtigste Zentrum der Opposition gegen
Assad die Toten zählen. Hunderte Zivilisten sind es. 31.500 sind laut
UNO in einer Woche geflüchtet. Eingeschlossen ist eine Viertelmillion,
darunter Zehntausende Kinder, hilflose Zielscheibe der mächtigen Bomber.
Um nicht eingekesselt zu werden, zogen sich die Rebellen Donnerstag aus
der Altstadt zurück. Sie verloren damit seit Mitte November rund 80
Prozent der von ihnen seit 2012 gehaltenen Teile Aleppos. Siegessicher
weist Assad das Angebot der Rebellen und internationale Appelle für
einen Waffenstillstand zurück. Sein totaler Sieg über diese größte und
strategisch so wichtige Metropole erscheint unabwendbar. Die Kampfmoral
seiner Gegner hat einen Tiefpunkt erreicht.
Weiterlesen ...
Dienstag, 29. November 2016
Wendepunkt im Syrienkrieg
von Birgit Cerha
Verzweiflung, Zorn, aber auch tiefe Resignation hat die Menschen im
eingeschlossenen Ost-Aleppo erfasst, während Milizen des Assad-Regimes
ihren größten militärischen Erfolg seit 2012 absichern. Seit Assads
bewaffnete Gegner vor vier Jahren den Ost-Teil der Stadt erobert hatten,
gelang es den Regierungskräften trotz heftiger Bombardements und
gnadenloser Blockade nicht, Syriens wichtigste Metropole wieder unter
ihre Kontrolle zu zwingen. Das Kriegsverbrechen der Aushungerung und
massive Bombardements haben nun urch den Fall des Nordens von Ost-Aleppo
die Situation dramatisch verändert. Den durch konstante Bombardements
terrorisierten Menschen (mehr als 200.000) im Rest des Rebellengebietes
bleibt nur die Wahl, auszuharren und sich ihrem Schicksal zu ergeben
oder die Flucht in vielleicht noch größere Gefahren zu riskieren.
Weiterlesen ...
Montag, 21. November 2016
Trügerische Hoffnung auf „Morgenröte“
von Birgit Cerha
Weiterlesen ...
„Morgenröte des Sieges“ nennt Russland die Großoffensive, die
endlich das Grauen des fast sechsjährigen Krieges in Syrien beenden
soll. Gemeinsam mit seinem Schützling Assad setzt der Putin voll auf
militärischen Sieg, eine Strategie, die, wie er hofft, der neugewählte
US-Präsident Trump mit ihm teilt oder zumindest tatenlos hinnimmt.
Weiterlesen ...
Aleppo: Was bleibt ist einzig die Hoffnung auf den Tod
Während Assad und Putin neue strategische Fakten schaffen, beginnt
der Hunger für Hunderttausende Menschen Im belagerten Stadtteil
von Birgit Cerha
„Über uns fliegen mehr Kampfjets als Vögel. Der Tag des Jüngsten
Gerichts ist angebrochen.“ So beschreibt ein Lehrer im belagerten
Ost-Aleppo die Todesängste der 250.000 Zivilisten in der einst größten
Metropole Syriens. Bewohner zählten mehr als 900 Luftangriffe an einem
einzigen Tag. Seit Russland und das von ihm unterstützte Assad-Regime
Dienstag eine dreiwöchige Kampfpause beendeten prasseln Bomben und
Granaten auf Rebellenpositionen und zivile Ziele in nie dagewesener
Intensität nieder. Den Eingeschlossenen bleibt nach den Worten eines der
Zivilschutzfreiwilligen der „Weißen Helme“ nur noch die Hoffnung auf
den Tod. In Ost-Aleppo, wo seit Juli keine Hilfslieferungen eintrafen,
gehen die Notvorräte zur Neige. Das Aushungern, Assads bereits in
anderen Rebellengebieten erfolgreich angewandte Strategie, hat begonnen.
„Über uns fliegen mehr Kampfjets als Vögel. Der Tag des Jüngsten
Gerichts ist angebrochen.“ So beschreibt ein Lehrer im belagerten
Ost-Aleppo die Todesängste der 250.000 Zivilisten in der einst größten
Metropole Syriens. Bewohner zählten mehr als 900 Luftangriffe an einem
einzigen Tag. Seit Russland und das von ihm unterstützte Assad-Regime
Dienstag eine dreiwöchige Kampfpause beendeten prasseln Bomben und
Granaten auf Rebellenpositionen und zivile Ziele in nie dagewesener
Intensität nieder. Den Eingeschlossenen bleibt nach den Worten eines der
Zivilschutzfreiwilligen der „Weißen Helme“ nur noch die Hoffnung auf
den Tod. In Ost-Aleppo, wo seit Juli keine Hilfslieferungen eintrafen,
gehen die Notvorräte zur Neige. Das Aushungern, Assads bereits in
anderen Rebellengebieten erfolgreich angewandte Strategie, hat begonnen.
Assad und Russlands Präsident Putin nutzen die Wahlturbulenzen in
den USA, um in Syrien neue strategische Fakten zu schaffen, den
Spielraum Trumps einzuengen, wenn er im Januar die Macht übernimmt. Die
Eroberung des von etwa 4000 Rebellen der „Jabhat Fatah al Sham“ (ehemals
Al-Kaida Ableger Al-Nusra) kontrollierten Stadtteils ist zentrales
Ziel, das die Position des Diktators stärken, den Krieg allerdings
keineswegs beenden würde. Da sich weder die Rebellen ergeben, noch die
Zivilbevölkerung Russlands Angebot eines humanitären Korridors annehmen
wollen, setzt Assad auf die volle Zerstörung dieses Stadtteils. Zugleich
versucht Putin, sich von solchen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu
distanzieren und betont, sein Kriegsgerät würde, wie in den vergangenen
drei Wochen, Ost-Aleppo schonen. Denn die Beteiligung an Massenmorden
unter der hilflosen Zivilbevölkerung Ost-Aleppos würde jede Aussicht auf
eine gemeinsame Suche mit den USA nach einem Ende des Blutvergießens
zunichte machen. Umso massiver schlagen russische Bomben und
Marschflugkörper, erstmals von dem bei Tartus stationierten
Flugzeugträger Admiral Kuznetsov abgefeuert, in Idlib und Homs ein, in
Regionen, die von der eben erneut von den USA als Terror-Organisation
eingestuften Nusra kontrollierten werden.
Weiterlesen ...
Donnerstag, 10. November 2016
Nahost: Zwischen Schock und Frustration
Kommentatoren im Nahen Osten reagieren mit einer Mischung
aus Entsetzen, Gleichgültigkeit und Ratlosigkeit auf die Wahl Donald Trumps.
Nach jüngste Umfragen hatte eine Mehrheit der Menschen in der Region Hillary Clinton
favorisiert, denn nach Trumps anti-muslimischen Äußerungen zu Jahresbeginn hat
sich in der arabischen Welt der Eindruck verstärkt, dass die USA eine
rassistische, imperialistische Nation sei, die den Nahen Osten ausbeuten und
unterjochen wolle. Trump zeige nur das wahre Gesicht der Supermacht. Zugleich
hat US-Präsident Obamas zunehmender Rückzug aus der Region viele davon
überzeugt, dass US-Präsidentschaftswahlen für ihr Leben und ihre Zukunft die
Relevanz verloren hätten. Trumps bis heute völlig fehlendes Nahost-Konzept
spricht dabei für sich.
Weiterlesen ...
Dienstag, 25. Oktober 2016
Mosul-Offensive verschärft regionale Konflikte
Widersprüche über Militärattacken der Türkei – Iran stellt sich hinter Bagdad im eskalierenden Streit mit Ankara
von Birgit Cerha
„Es ist völlig inakzeptabel wenn ein Land unter dem Vorwand des
Anti-Terrorkampfes oder anderer Verbrechen die Souveränität (eines
anderen Staates) zu verletzen sucht.“ Mit dieser Erklärung seines
Außenministeriums stellte sich der Iran Montag offen auf die Seite des
Iraks in dem sich verschärfenden Konflikt Bagdads mit der Türkei. In
offensichtlicher Untermauerung der türkischen Position in der
gegenwärtigen Kampagne zur Befreiung der irakischen Stadt Mosul von der
Terrormiliz des „Islamischen Staates“ IS, hatte der türkische Premier
Yildirim Sonntag bekanntgegeben, nahe von Mosul stationierte türkische
Soldaten hätten auf die Stadt vorrückende kurdische Peschmerga-Einheiten
mit „Artillerie, Panzern und Haubitzen“ unterstützt. Sie seien damit
einer ausdrücklichen Bitte der Kurden gefolgt. Die irakische
Militärführung hingegen wies rasch diese Behauptung zurück.
Weiterlesen ...
Dienstag, 18. Oktober 2016
Iraks Zukunft steht auf dem Spiel
von Birgit Cerha
Weiterlesen ...
Die Schlacht um Mosul, die härteste und möglicherweise
entscheidenste, die bisher gegen die Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS)
geschlagen wurde, dürfte nicht nur das Schicksal dieser barbarischen Miliz im
Irak besiegeln und damit den Traum von einem weltweiten „Kalifat“ zerstören. Nicht
nur steht hier die Überlebenskraft dieser brutalen Organisation auf dem Spiel.
Es geht um weit mehr: Kann dieser einst von Kolonialmächten geschaffene
irakische Staat nach den enormen durch den IS seit 2014 ausgelösten
militärischen, sozialen, ökonomischen und politischen Turbulenzen überhaupt
noch überleben?
Kein Zweifel, die Niederlage des IS als Territorialmacht
hätte dramatische Auswirkung auf das Schlachtfeld Syrien. Sie könnte das Assad
Regime stärken oder auch andere islamische Rebellen, wie die mit Al-Kaida
verbündete Jabhat Fatah al Sham. Unvorhersehbare Folgen sind seit langem die
Konstanten dieses Konflikts.
Weiterlesen ...
Irakisches Militär startet Großoffensive gegen den „Islamischen Staat“
Schlacht um Mosul könnte eine Million Zivilisten in die
Flucht zwingen – Größte humanitäre Katastrophe befürchtet
von Birgit Cerha
Über der nord-irakischen Millionenstadt Stadt Mosul steigen riesige
schwarze Rauchwolken auf. Die seit vielen Monaten geplante und immer wieder
aufgeschobene Entscheidungsschlacht gegen die Terrormiliz des „Islamischen
Staates“ (IS) im Irak hat begonnen. Um
Luftangriffe der von den USA geführten internationalen Allianz auf ihre wichtigste
Hochburg im Zweistromland zu verhindern, verbrennen die IS-Jihadis Öl und
Autoreifen. Seit langem haben sie
intensiv die Verteidigung der zweitgrößten irakischen Stadt vorbereitet, auf
die seit Montag Kolonnen von Militärfahrzeugen zusteuern. Die vergangenen zwei
Wochen hatte die US-Koalition die Region um Mosul heftig bombardiert, nun
rücken etwa 30.000 Angehörige der irakischen Armee und Polizei vom Süden her
auf die Stadt vor, während die kurdische Peschmerga-Einheiten begannen, bis an die
östlichen und nördlichen Stadtränder vorzustoßen. Sieben Dörfer haben sie dabei
binnen weniger Stunden vom IS befreit,
während Angehörigen der US-Sondereinheiten nahe der Front irakische Soldaten
beraten.
Weiterlesen ...
Abonnieren
Posts (Atom)









