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Freitag, 14. April 2017

Trump Should Rethink Syria Escalation

by Veteran Intelligence Professionals for Sanity
 
MEMORANDUM FOR: The President
 
FROM: Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS)
SUBJECT: Syria: Was It Really “A Chemical Weapons Attack”?
 
 
1 – We write to give you an unambiguous warning of the threat of armed hostilities with Russia – with the risk of escalation to nuclear war. The threat has grown after the cruise missile attack on Syria in retaliation for what you claimed was a “chemical weapons attack” on April 4 on Syrian civilians in southern Idlib Province.
2 – Our U.S. Army contacts in the area have told us this is not what happened. There was no Syrian “chemical weapons attack.” Instead, a Syrian aircraft bombed an al-Qaeda-in-Syria ammunition depot that turned out to be full of noxious chemicals and a strong wind blew the chemical-laden cloud over a nearby village where many consequently died.
3 – This is what the Russians and Syrians have been saying and – more important –what they appear to believe happened.

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War es tatsächlich Assad, der Giftgas einsetzte?

Schockierend schnell haben die USA und mit ihnen die wichtigsten Führer Europas den Schuldigen gefunden, der für den jüngsten Giftgasangriff in Syrien verantwortlich sein soll. In der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Syrienprovinz Idlib waren am 4. April mindestens 58 Menschen getötet worden, darunter 19 Kinder und elf Frauen. Schon kurz nach der Veröffentlichung eines Videos aus Chan Scheichun erklärten führende amerikanische Medien und Kommentatoren Syriens Diktator Assad für den Verantwortlichen an diesem Kriegsverbrechen. Die rasche militärische Reaktion US-Präsident Trumps rettete den ungeliebten Führer der westlichen Welt vor weiteren dramatischen Imageverlusten im eigenen Land, während die überwiegend radikal islamistische syrische Opposition, darunter der Al-Kaida Ableger „Nusra“, Trump glückselig zujubelte. Mit einem Schlag hatte sich deren Schicksal von totaler Hoffnungslosigkeit im Krieg gegen den dank russischer Hilfe militärisch erstarkenden Assad  gewandelt. Denn nun, so verkündeten Trump und sein Außenminster Tillerson, hat für die USA nicht mehr die Vernichtung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ und anderer radikaler Islamisten höchste Priorität, sondern das politische Ende Assads.
Gibt es aber tatsächlich unverrückbare Beweise für diesen radikalen Kurswechsel der Supermacht, der nicht nur die Situation in Syrien dramatisch eskaliert, sondern die Welt an den Rand eines Krieges mit Russland zu treiben droht?  Zwei in der liberalen amerikanischen Zeitschrift „Counterpunch“ veröffentlichte Beiträge, die wir nachfolgend abdrucken, zeigen ein schockierendes Bild:


Did Assad Really Use Sarin?


by Paul Gottinger

Almost immediately after video of the alleged chemical weapons attack in Idlib hit Western media, Assad was declared guilty by US news networks and political commentators. The front page of the New York Times on April 5th showed a heartbreaking image of a child wounded in the alleged chemical attack with a headline claiming Assad was responsible.

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Freitag, 6. Januar 2017

Putin demonstriert seinen Triumph in Syrien

Von Birgit Cerha

Teilabzug der russischen Truppen – Doch der Krieg ist noch lange nicht zu Ende
 
Als „Teilerfüllung“ seiner militärischen Mission in Syrien will Russlands Präsident Putin die Freitag begonnene Reduzierung der russischen Militärkraft am Mittelmeer verstanden wissen. Der gigantische Flugzeugträger Kuznetsov, der vom russischen Marinestützpunkt Tartus aus ab November entscheidend zur Niederlage der Rebellen in Ost-Aleppo beigetragen hatte, trat seine Heimreise an. Wieviele russische Militärkräfte ihm  folgen werden, bleibt offen und gibt Anlass zu Mutmaßungen, dass dieser groß angekündigte Rückzug mehr symbolisch/politische als strategisch/militärische Bedeutung haben könnte.

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Donnerstag, 15. Dezember 2016

Zeit für die Wahrheit

von Birgit Cerha
 
Syrien erlebt nicht nur einen Krieg, der sich in die Reihe der grausamsten der Neuzeit einordnet. Es ist ein Krieg, der trotz modernster Kommunikationsmittel die Außenwelt weitgehend ratlos lässt. Was dort an Verbrechen und Barbareien tatsächlich geschah und geschieht, von wem verübt, bleibt bisher weitgehend im Dunkeln. Wenn Assad beklagt, dass der Westen das Leid der in Ost-Aleppo eingeschlossenen Zivilisten beweint und jenes in den von ihm kontrollierten Gebieten ignoriert, so betreibt er nach alter Manier Propaganda. Und dennoch enthält die Kritik so manche Wahrheit.

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Aleppo und kein Ende der Pein

Zusammengebrochener Waffenstillstand – keine Hilfe für verwundete Zivilisten – ein neues Kapitel des Elends beginnt in Syrien
 
von Birgit Cerha, 
 
„Verwundete und Tote liegen in den Straßen. Niemand kann sie retten, niemand kann sie bergen.“ Wieder dringen Rufe totaler Verzweiflung aus Ost-Aleppo, nachdem der Dienstag abend zwischen Diktator Assads Verbündeten Russland und der die Rebellen unterstützenden Türkei vereinbarte Waffenstillstand kaum eine Stunde gehalten hatte. Bomben des Regimes fallen wieder auf die letzten Widerstandsnester in der einst wichtigsten Wirtschaftsmetropole des Landes. Tausende, vielleicht Zehntausende Menschen bleiben eingeschlossen.

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Freitag, 9. Dezember 2016

Ein Wendepunkt im Syrienkrieg

Der bevorstehende Verlust Ost-Aleppos raubt den Rebellen jede Siegschance – Doch ein Friede bleibt in weiter Ferne
 
von Birgit Cerha
 
Aleppo bebt. Jets des syrischen Regimes und seines russischen Retters bombardieren konsequent,  gnadenlos und menschenverachtend den Ostteil der Stadt und die Umgebung. Niemand kann mehr in der dreiwöchigen Schlacht um dieses wichtigste Zentrum der Opposition gegen Assad die Toten zählen. Hunderte Zivilisten sind es. 31.500 sind laut UNO in einer Woche geflüchtet. Eingeschlossen ist eine Viertelmillion, darunter Zehntausende Kinder, hilflose Zielscheibe der mächtigen Bomber. Um nicht eingekesselt zu werden, zogen sich die Rebellen Donnerstag aus der Altstadt zurück. Sie verloren damit seit Mitte November rund 80 Prozent der von ihnen seit 2012 gehaltenen Teile Aleppos. Siegessicher weist Assad das Angebot der Rebellen und internationale Appelle für einen Waffenstillstand zurück. Sein totaler Sieg über diese größte und strategisch so wichtige Metropole erscheint unabwendbar. Die Kampfmoral seiner Gegner hat einen Tiefpunkt erreicht.

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Dienstag, 29. November 2016

Wendepunkt im Syrienkrieg

von Birgit Cerha
 
Verzweiflung, Zorn, aber auch tiefe Resignation hat die Menschen im eingeschlossenen Ost-Aleppo erfasst, während Milizen des Assad-Regimes ihren größten militärischen Erfolg seit 2012 absichern.  Seit Assads bewaffnete Gegner vor vier Jahren den Ost-Teil der Stadt erobert hatten, gelang es den Regierungskräften trotz heftiger Bombardements und gnadenloser Blockade nicht, Syriens wichtigste Metropole wieder unter ihre Kontrolle zu zwingen. Das Kriegsverbrechen der Aushungerung und massive Bombardements haben nun urch den Fall des Nordens von Ost-Aleppo die Situation dramatisch verändert. Den durch konstante Bombardements terrorisierten Menschen (mehr als 200.000) im Rest des Rebellengebietes bleibt nur die Wahl, auszuharren und sich ihrem Schicksal zu ergeben oder die Flucht in vielleicht noch größere Gefahren zu riskieren.

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Montag, 21. November 2016

Trügerische Hoffnung auf „Morgenröte“

von Birgit Cerha
 
„Morgenröte des Sieges“ nennt Russland die Großoffensive, die endlich das Grauen des fast sechsjährigen Krieges in Syrien beenden soll. Gemeinsam mit seinem Schützling Assad setzt der Putin voll auf militärischen Sieg, eine Strategie, die, wie er hofft, der neugewählte US-Präsident Trump mit ihm teilt oder zumindest tatenlos hinnimmt.

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Aleppo: Was bleibt ist einzig die Hoffnung auf den Tod

Während Assad und Putin neue strategische Fakten schaffen, beginnt der Hunger für  Hunderttausende Menschen Im belagerten Stadtteil

von Birgit Cerha

„Über uns fliegen mehr Kampfjets als Vögel. Der Tag des Jüngsten Gerichts ist angebrochen.“ So beschreibt ein Lehrer im belagerten Ost-Aleppo die Todesängste der 250.000 Zivilisten in der einst größten Metropole Syriens. Bewohner zählten mehr als 900 Luftangriffe an einem einzigen Tag. Seit Russland und das von ihm unterstützte Assad-Regime Dienstag eine dreiwöchige Kampfpause beendeten prasseln Bomben und Granaten auf Rebellenpositionen und zivile Ziele in nie dagewesener Intensität nieder. Den Eingeschlossenen bleibt nach den Worten eines der Zivilschutzfreiwilligen der „Weißen Helme“ nur noch die Hoffnung auf den Tod.  In Ost-Aleppo, wo seit Juli keine Hilfslieferungen eintrafen, gehen die Notvorräte  zur Neige. Das Aushungern, Assads bereits in anderen Rebellengebieten erfolgreich angewandte Strategie, hat begonnen.
Assad und Russlands Präsident Putin nutzen die Wahlturbulenzen in den USA, um in Syrien neue strategische Fakten zu schaffen, den Spielraum Trumps einzuengen, wenn er im Januar die Macht übernimmt. Die Eroberung des von etwa 4000 Rebellen der „Jabhat Fatah al Sham“ (ehemals Al-Kaida Ableger Al-Nusra) kontrollierten Stadtteils ist zentrales Ziel, das die Position des Diktators stärken, den Krieg allerdings keineswegs beenden würde. Da sich weder die Rebellen ergeben, noch die Zivilbevölkerung Russlands Angebot eines humanitären Korridors annehmen wollen, setzt Assad auf die volle Zerstörung dieses Stadtteils. Zugleich versucht Putin, sich von solchen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu distanzieren und betont, sein Kriegsgerät würde, wie in den vergangenen drei Wochen, Ost-Aleppo schonen. Denn die Beteiligung an Massenmorden unter der hilflosen Zivilbevölkerung Ost-Aleppos würde jede Aussicht auf eine gemeinsame Suche mit den USA nach einem Ende des Blutvergießens zunichte machen. Umso massiver schlagen russische Bomben und Marschflugkörper, erstmals von dem bei Tartus stationierten Flugzeugträger Admiral Kuznetsov abgefeuert,  in  Idlib und Homs ein, in Regionen, die von der eben erneut von den USA als Terror-Organisation eingestuften Nusra kontrollierten werden.

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Freitag, 23. September 2016

“Wir sterben Tausende Tode”

Der Aufschub humanitärer Hilfe stürzt Syriens gequälte Zivilbevölkerung in totale Verzweiflung


Von Birgit Cerha

Auf den von Regierungstruppen eingeschlossenen Ostteil der syrischen Metropole Aleppo prasseln wieder die Bomben nieder. Die 270.000 Bewohner stehen im Schock seit die UNO nach der Attacke auf einen UN-Hilfskonvoi  alle Lieferungen lebenswichtiger Güter verschob. Zugleich signalisiert Assad durch den Angriff auf eine medizinische Einrichtung, bei dem vier Ärzte ums Leben kamen, seine Entschlossenheit, den Bombenterror gegen zivile und humanitäre Einrichtungen fortzusetzen, um die Bevölkerung zu zermürben.

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Mittwoch, 21. September 2016

Attacke auf Hilfskonvoi zerstört Friedenshoffnungen

Humanitäre Situation in Syrien dramatisch verschärft, während sich die Spannungen zwischen den USA und Russland verschärfen
 
 von Birgit Cerha

„Schock und Abscheu“ empfinden Vertreter internationaler humanitärer Organisationen  über die Luftangriffe auf einen Hilfskonvoi nahe der belagerten syrischen Stadt Aleppo. 18 der 31 Lkws des syrisch-arabischen Roten Halbmonds und der UNO, die etwa 78.000 der insgesamt rund 250.000 in Ost-Aleppo eingeschlossene Menschen mit dem Lebensnotwendigsten versorgen sollten, wurden zerstört und mindestens 20 Mitarbeiter der Organisationen beim Abladen der Hilfsgüter getötet. Die Attacke vernichtete jede Hoffnung, dass ein von Russland und den USA ausgehandelter Waffenstillstand der hungernden und verzweifelten Zivilbevölkerung Syriens Linderung bringen und vielleicht allmählich sogar die Tür zu einer Friedenslösung öffnen könnte.  Laut der „syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ dürften die Angriffe entweder von syrischen oder russischen Flugzeugen durchgeführt worden sein. Moskau weist diese Behauptung zurück, während die USA  Russland als wichtigstem Verbündeten des Assad-Regimes die Hauptverantwortung für die Tragödie zuschieben, selbst wenn keine russischen Flugzeuge  beteiligt gewesen wären.

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Montag, 12. September 2016

Hoffnung auf eine Wende im Syrienkrieg

Militärische Partnerschaft zwischen den USA und Russland könnte den Weg zu einer politischen Lösung öffnen – Doch es gilt enorme Hürden zu überwinden
 
von Birgit Cerha
 
Während die syrische Luftwaffe rasch vor Inkraftreten des von Russland und die USA beschlossenen Waffenstillstandes ihre militärische Position durch heftige Bombardements zu verbessern sucht, halten sich humanitäre Organisationen bereit, um ab Montag rasch Hilfsbedürftige im Kriegsgebiet zu versorgen. Die Feuerpause soll endlich das Leid der gequälten Zivilbevölkerung mildern. Das ist das deklarierte Ziel, das US-Außenminister Kerry und sein russischer Amtskollege Lavrov nach monatelangen Verhandlungen primär erreichen wollen. Unter der betroffenen Zivilbevölkerung mischt sich die Hoffnung auf eine Atempause mit tiefem Mißtrauen. Viele befürchten, Diktator Assad werde die Feuerpause nutzen, um seine Streitkräfte neu zu organisieren und so die lange umkämpfe Metropole Aleppo wieder vollends unter seine Kontrolle zu zwingen. Auch dem Assad durch massive Luftbombardements unterstützende Russland vertraut kaum jemand. Selbst die Autoren des Friedensplans verhehlen deshalb nicht gewisse Zweifel am Erfolg ihrer Initiative, und doch könnte sie eine Wende in diesem grauenvollen Gemetzel einleiten.

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Dienstag, 30. August 2016

Wachsende Angst vor Eskalation in Nord-Syrien

Was sind Ankaras nächste Ziele? - Die Kurden der Region fühlen sich wieder verraten von den Mächtigen der Welt
 
von Birgit Cerha
 
Während türkische Einheiten und die mit ihnen unterstützten syrischen Rebellen der „Freien Syrischen Armee“ (FSA) immer tiefer in nordwest-syrisches Territorium vordringen, drohte der türkische Präsident Erdogan Montag, den Kampf fortzusetzen, bis die syrisch-kurdische Miliz „YPG“ vernichtet ist. „Terroristen“ nennt er diese Kurden, die nie Gewalt gegen die Türkei verübt hatten. Türkische Kampfflugzeuge flogen über dem syrische Grenzgebiet und türkische Artillerie attackierte YPG-Positionen. Laut Oppositionskreisen nahm die FSA mit Hilfe türkischer Jets aus der Luft etwa ein Dutzend Dörfer in der von der „Syrischen Demokratischen Front“ (SDF) kontrollierten Region südlich von Jarablus ein.  Aus  21 Dörfern südlich und westlich dieser bis zu Beginn der türkischen Militäroperation Mittwoch von der Terrormiliz des „Islamischen Staates“ (IS) kontrollierten Grenzstadt, hat unterdessen die FSA die Kurdenmiliz  vertrieben. Einige Dörfer wurden total zerstört. Nach syrischen Oppositionskreisen starben bei heftigen Kämpfen bisher mehr als 35 Zivilisten. Insgesamt sollen in den vergangenen vier Tagen 150 Kurden und etwa 60 pro-türkische Kämpfer ums Leben gekommen sein.

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Samstag, 27. August 2016

Die Hölle in einem kulturhistorischen Juwel

Der Krieg tötet Menschen, die Geschichte, den jahrhundertealten Geist der Toleranz und gefährdet damit auch das Zusammenleben in der gesamten Region
 
von Birgit Cerha
 
Das Grauen lässt sich nicht mehr in Worte fassen. Während die letzten immer noch in Syriens heißumkämpfter einstiger Wirtschaftsmetropole ausharrenden Ärzte verzweifelte Hilferufe an die Mächtigen der Welt richten, ringen internationale Hilfsorganisationen um Worte, die die Hölle Aleppos auch nur annähernd beschreiben können. Um eine gleichgültige Welt angesichts der unerträglichen Pein einer hilflosen Zivilbevölkerung aufzurütteln, nennt das „Internationale Komitee vom Roten Kreuz“ die Schlacht um Aleppo „einen der verheerendsten Konflikte der Neuzeit“ und Stephen O’Brien, UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten, spricht vom „Gipfel des Horrors“.
„Die Bestien der Finsternis sind erwacht“, klagt der Aleppiner Poet Fouad Mohammed Fouad und sie haben Aleppo nach den Worten des Schriftstellers Khaled Khalifa „in eine seelenlose Stadt“ verwandelt. In nur wenigen Monaten  stürzte eine tausendjährige Zivilisation in Trümmer. Der Krieg raubt das Leben Tausender Menschen und den Überlebenden ihre Geschichte. Kein Ende ist in Sicht.

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Freitag, 26. August 2016

Syrien: Wo bleibt der Aufschrei?

von Birgit Cerha
 
Erstmals hat ein UNO Gremium nach dem Tod von mehr als tausend Menschen nun den Einsatz chemischer Waffen in Syrien bestätigt, in diesem Krieg, der an Barbarei kaum noch zu übertreffen ist. Immerhin. Doch mindestens ebenso erschreckend ist das klägliche Versagen der internationalen Gemeinschaft, die hilflos und meist auch wortlos diesem unermesslichen Leiden der Zivilbevölkerung zusieht. Das Schweigen angesichts des Terrors ist ein Zeichen unfassbarer Ohnmacht der Mächtigen dieser Welt, zugleich aber auch einer zutiefst beunruhigenden Abstumpfung des Weltgewissens angesichts der eklatanten Kriegsverbrechen, der Bilder des Grauens, die in die Wohnstuben flimmern. Wo bleibt der Aufschrei? Das fragen sich zunehmend die Opfer und deren verzweifelte medizinische Helfer.

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UNO bestätigt Einsatz von chemischen Waffen in Syrien

Klare Beweise gegen das Assad-Regime und die IS-Terror-Miliz
 
von Birgit Cerha
 
Während die Türkei ihre Mittwoch begonnene Bodenoffensive in der Türkei verstärkt, veröffentlichte eine UN-Untersuchungskommission Donnerstag einen Bericht, der erstmals in dem fünfjährigen Krieg keine Zweifel mehr offenlässt, dass das syrische Regime und die Terrormiliz des „Islamischen Staates“ (IS) in den vergangenen zwei Jahren in Syrien Chemiewaffen eingesetzt hatte. Nachdem die von der Türkei unterstützten syrischen Rebellen binnen weniger Stunden in die syrische Grenzstadt Jabalus einmarschiert waren, verstärkte die türkische Armee Donnerstag, den zweiten Tag der Offensive, ihr Panzerkontingent ins Nachbarland auf 20 – und dies, obwohl der deklarierte Hauptgegner IS seine Kämpfer aus der Stadt und deren Umgebung Richtung Süden abzogen hatte, um eine direkte Konfrontation mit der Türkei zu vermeiden. Die von Ankara erwünschte Errichtung einer Pufferzone entlang der Grenze ist damit zumindest im Westen schon fast gelungen. Doch der verstärkte Panzereinsatz gilt den Kurden, die Ankara über den Euphrat nach Westen zurückdrängen und so lange die Militärpräsenz im syrischen Grenzgebiet aufrechterhalten will, bis dies erreicht ist. Auch von den USA diplomatisch unter Druck gesetzt, begannen die kurdischen Kämpfer Donnerstag tatsächlich ihren Rückzug.

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Montag, 8. August 2016

In Aleppo entscheidet sich Syriens Schicksal

Von Islamisten geführte Rebellen brechen Blockade – Hunderttausende Zivilisten werden Opfer eines erbarmungslosen Existenzkampfes
 
Von Birgit Cerha
 
Von den Moscheen Ost-Aleppos erschallen Koranverse. Trotz drohender Luftangriffe stürmten die Menschen freudig in die Straßen. Sie feiern die Jihadis als Retter, nachdem diese am Wochenende den einmonatigen Belagerungsring um ihren Stadtteil durchstoßen hatten. Bis zu 300.000 Zivilisten könnten die endlosen Qualen des Aushungerns durch das Regime Assad erspart bleiben. Siegesbewusst kündigen die Rebellen den Beginn zur Befreiung der gesamten Stadt an. Hat sich nach monatelangen Schlägen der von Russland und dem Iran massiv unterstützten Regierungskräfte das Kriegsglück gewendet?

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Wer trägt Schuld an Syriens Alptraum?

Die katastrophalen Folgen einer irregeleiteten internationalen Politik und wachsender Ohnmacht
 
von Birgit Cerha
 
Als syrische Kinder in den vergangenen Tagen im  Ostteil Aleppos mit Hilfe brennender Autoreifen eine Art „Flugverbotszone“ schufen, um syrische und russische Bomber von den tödlichen Angriffen auf die Zivilbevölkerung abzuhalten, illustrierten sie der zivilisierten Welt mit beschämender Deutlichkeit nicht nur die Verzweiflung von rund 300.000 hilflos eingeschlossenen und dem Tyrannen Assad ausgesetzten Menschen, sondern auch das katastrophale Versagen der internationalen Gemeinschaft. Nicht amerikanische, europäische, deutsche Führer, nicht die UNO, nicht humanitäre Organisationen konnten Syriens Diktator und seine russische Schutzmacht von der mittelalterlichen Methode des allmählichen Aushungerns der Zivilbevölkerung, bei gleichzeitig gnadenlosen Bombardierungen der zivilen Infrastruktur -  dem vielleicht größte Kriegsverbrechen in diesem an Barbarei kaum zu übertreffenden fünfjährigen Krieg - abbringen. Die Gefahr des Massenmordes und unsagbarer Pein ist auch nach dem militärischen Erfolg der Rebellen vom Wochenende nicht gebannt.

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Donnerstag, 16. Juni 2016

Der „Islamische Staat“ in der Defensive

Nach schweren militärischen Rückschlägen in ihren Kerngebieten Syriens und des Iraks sucht die Terrormiliz neue Strategien
 
von Birgit Cerha
 
Die Bluttaten von Orlando und Paris bieten der Terrormiliz des „Islamischen Staates“ (IS)  hochwillkommenen Anlass, sich in einem kritischen Zeitpunkt des Jihadi-Kriegs in Schadenfreude zu weiden und die schwer angeschlagene Moral seiner Kämpfer in Syrien und im Irak zu stärken. Denn nach einer Serie empfindlicher militärischer Rückschläge steckt der IS in seiner tiefsten Krise seit er sich in den vergangenen zwei Jahren von einem regionalen Quälgeist zu einer militärischen Kraft von globaler Relevanz aufgebaut hat.

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Montag, 9. Mai 2016

Der Bleistiftstrich der Kolonialisten im Wüstensand


Hundert Jahre nach Abschluss des  Sykes-Picot-Abkommens  droht der ungerechten nahöstlichen Ordnung  ein noch gefährlicheres Ende

von Birgit Cerha
Gegen Mittag des 16. Dezember 1915 eilte ein vielversprechender junger Politiker in die Londoner Downing Street, um das Kriegskabinett in einer höchst gefährlichen Frage zu beraten. Das 600-jährige Osmanische Reich begann zu bröckeln und ein Konflikt über das künftige Erbe drohte die fragile britisch-französische Allianz zu zerreißen. Sir Mark Sykes, bekannt durch Publikationen über den Orient, präsentierte auf drei Blättern zusammengefasste Ideen und eine Landkarte, auf der er eine dicke Bleistiftlinie von der Mittelmeerküste durch die Wüste bis zur persischen Grenze gezogen hatte. Seine Ideen bildeten die Basis für monatelange Verhandlungen mit dem französischen Diplomaten George-Picot und schließlich für ein Geheimabkommen, das beide am 16. Mai 2016 schlossen.

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