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Donnerstag, 1. September 2016

LEXIKON: Die militärischen Kräfteverhältniss in Nahost

Durch sein verstärktes Militärengagement in Syrien will Russland den Eindruck erwecken, dass es die USA in den Entscheidungen der Region vollends an den Rand drängt. Der Militärstützpunkt, den Moskau seit Jahrzehnten bei der syrischen Hafenstadt Latakia unterhält, ist zu klein für die Stationierung großer Langstreckenbomber wie der „TU-22M3“, die nun vom iranischen Hamadan Richtung Syrien fliegen. Teheran ermöglichte den Russen  weitaus schlagkräftigere Einsätze gegen Rebellen.

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Mittwoch, 26. August 2015

LEXIKON: Iraks vernichtete Kulturschätze

1,800 der 12.000 im Irak registrierten archäologischen Stätten liegen in dem von der Terrormiliz kontrollierten Territorium. Im Januar 2015 legten IS-Vandalen Teile der Mauern der assyrischen Ruinenstadt Niniveh in Schutt und Asche; im Museum von Mosul zerschlugen sie assyrische Statuen und andere Kunstwerke, darunter allerdings, wie sich später herausstellte, zahlreiche Kopien, da die Originale 1991 ins Museum von Bagdad gebracht worden waren. Nahe des berühmten Nergaltores von Niniveh zerschmetterten sie die Statue des geflügtelten Stieres; in Nimrud, einst eine der großen Städte des Assyrischen Reiches, hinterließen sie eine Schneise der Verwüstung; in Hatra, der 2.000 Jahre alten Festungsstadt in der Wüste, zerstörten sie mit Planierraupen eindrucksvolle Ausgrabungsstätten.

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LEXIKON: Syriens vernichtete Kulturschätze

Fünf der sechs in Syrien beheimatete Stätten des Weltkulturerbes sind seit Ausbruch des Krieges 2011 laut UNESCO „signifikant beschädigt“.  Krak de Chevalier, eine der besterhaltenen Kreuzritterburgen der Welt, wurde durch Artillerie und Luftangriffe der syrischen Streitkräfte beträchtlich beschädigt. Bosra, Homs und Aleppo, die zu den ältesten kontinuierlich bewohnten Städten der Welt zählen, liegen größtenteils in Trümmern. Das mittelalterliche Minarett der Umayyaden-Moschee von Aleppo, eine der heiligsten Stätten des Islam, stürzte durch heftige Artillerieangriffe ein. Ein Teil des weltberühmten, historischen Souks mit tausend traditionellen Geschäften ging in Flammen auf.

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Samstag, 22. August 2015

LEXIKON: Äthiopiens Großer Renaissance Damm

Die Hälfte des großen Prestigeprojekts Äthiopiens am Oberlauf des Blauen Nils ist bereits fertiggestellt und  sorgt für schwere Irritationen zwischen den Nachbarstaaten. 2017 soll „Äthiopiens Großer Renaissance-Damm“ (GERD)  in der Genishangul-Gumuz Region nur 20 km von der sudanesischen Grenze entfernt, fertig sein und eine ganze Region mit Strom versorgen. Das rund fünf Milliarden Dollar teure Projekt soll 6000 Megawatt Strom erzeugen  - so viel wie fünf Atomkraftwerke.  Die hohe Strommenge erklärt sich u.a. durch die großen Wassermassen, die im Blauen Nil fließen.

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LEXIKON: Konfliktzone Nil

Der Nil ist mit 6.695 nach dem Amazonas der längste Fluß der Welt. Er zieht sich durch elf Staaten: Äthiopien, wo drei der vier Haupt-Zuflüsse (der Blaue Nil, Sobat und Atbara) entspringen. Sie münden  bei Khartum in den Weißen Nil der aus Burundi, Kongo, Eritrea, Kenia, Uganda, Rwanda, Tansania,  Süd-Sudan und Sudan fließt und gemeinsam durch Ägypten bis zum Mittelmeer.  Sein Einzugsgebiet erstreckt sich über 3,2 Mio. km2, etwa ein Zehntel der Landesfläche Afrikas. Nur 15 Prozent des Nilwassers kommt aus dem mittelafrikanischen Seen-Plateau, während der, allerdings „Blaue Nil“ große Teile des niederschlagsreichen Hochlandes von Abessinien entwässert und 85 Prozent des Wassers liefert.

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Samstag, 15. August 2015

Huthis - die geheimnisvollen Rebellen

Feindliche Propaganda, bewusste und unbewusste Simplifizierungen verfälschen das Bild der Huthis, der Hauptgegner Saudi-Arabiens in seinem verheerenden Jemenkrieg. Ihr Name geht auf Badr al-Din al Houthi und seinem Sohn Hussein zurück, die in den 1990er Jahren diese religiös-politische Bewegung und eine Miliz gegründet hatten. Die große Mehrheit der Mitglieder sind im Nord-Jemen konzentrierte Zaiditen, Anhänger  einer schiitischen Glaubensrichtung, deren Doktrin den Traditionen der sunnitischen Mehrheit des Jemen jedoch weit näher steht als dem Zwölfer-Schiismus des Irans. Im Gegensatz zur Propaganda ihrer Feinde sind die Huthis keineswegs Marionetten  des Irans, sondern in erster Linie eine lokale politische Gruppe die sich dem – auch militärischen – Kampf gegen Diskriminierung der rund zehn Millionen im Jemen lebenden Zaiditen (etwa 35 Prozent der Bevölkerung) verschrieben haben. Anders als die Sunniten und Schiiten anderer Glaubensrichtung glauben die Zaiditen an die religiöse Verpflichtung, sich gegen ungerechte Herrscher zu erheben, und nur ein Führer, der diese Voraussetzung erfüllt, kann auch ihr Imam sein.
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Mittwoch, 10. Dezember 2014

LEXIKON: Christen im Irak

Der Ursprung der Christen im Zweistromland reicht mindestens drei Jahrhunderte vor der Ankunft des Islams zurück. Wie in Syrien, haben die Christen im Irak unverhältnismäßig stark unter den kriegerischen Turbulenzen des vergangenen Jahrzehnts gelitten. Vor dem Sturz von Diktator Saddam Hussein stellten sie mit etwa 1,5 Millionen fünf Prozent der Bevölkerung des Iraks. Heute dürften ihre Zahlen auf unter 400.000 geschrumpft sein.

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Sonntag, 17. August 2014

„Entweder der ‚Islamische Staat‘ oder die Flut“

Die Rückeroberung des größten irakischen Staudamms, dieser tickenden Zeitbombe, ist höchste Priorität der USA und der kurdischen Peschmerga-Kämpfer
von Birgit Cerha
Unterstützt durch die stärksten Luftangriffe der USA auf Positionen der Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS) seit Beginn des erneuten amerikanischen Militärengagements im Irak, begannen kurdische Peschmerga-Kämpfer Sonntag mit einer Bodenoffensive zur Rückeroberung des größten irakischen Staudammes. Von IS gelegte Sprengkörper und Minen erschweren den Vormarsch. Zudem müssen die Bodentruppen zuerst noch einige kleinere Städte in der Umgebung unter ihre Kontrolle bringen, bevor sie den eigentlichen Kampf um den Damm starten können.  

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Montag, 30. Juni 2014

Al-Baghdadis "islamischer Staat"

Seit Generationen träumen radikale Sunniten davon, die "Ketten (Grenzen) des Kolonialismus" zu sprengen und das islamische Kalifat wieder zu beleben. Hat die radikale Islamistenorganisation ISIS nun mit der Ausrufung eines "islamischen Staates" auf Teilen des irakischen und syrischen Territoriums einen enntscheidenden Schritt zu diesem Ziel gesetzt? Was bedeutet die Selbsternennung des gewalttätigen ISIS-Führers Abu Bakr al-Baghdadi zum Kalifen, zum "Führer aller Muslime"? Kann er sich damit Zulauf von Gesinnungsgenossen aus aller Welt sichern? Welche Beispiele gibt es für diese Entwicklung in der Geschichte?


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Montag, 28. April 2014

LEXIKON: Parlamentswahlen im Irak

9.030 Kandidaten von 276 politischen Blöcke bewerben sich bei den Wahlen am 30. April um 328 Sitze des irakischen Parlaments.  21,5 Millionen Iraker sind aufgerufen, ihre Stimme in diesen Wahlen abzugeben, in denen Stammesloyalitäten und konfessionelle Zugehörigkeiten eine Schlüsselrolle spielen.
Größte Erfolgschancen besitzt die von Premier Maliki 2009 formierte „Allianz für den Rechtsstaat“ , ein Bündnis von zwölf Parteien und Gruppen, darunter Malikis eigener Dawa-Partei, der Badr-Organisation und der Unabhängigen unter dem gegenwärtigen stellvertretenden Premier Hussein Shahristani. Das Bündnis wurde jüngst jedoch durch zahlreiche Austritte geschwächt.

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Sonntag, 9. Februar 2014

LEXIKON: Homs – die „Hauptstadt der Revolution“

Keine der großen Städte Syriens bekam in den drei Jahren des Krieges zwischen Diktator Assad und seinen Gegnern die Wut des zunehmend in die Enge getriebenen Regimes schmerzlicher zu spüren als Homs. Noch lassen sich die menschlichen Tragödien, lässt sich die Zahl der Todesopfer, der physisch und seelisch Verwundeten, der Verhungerten kaum erahnen  Erschütternde Bilder ausgemergelter Gestalten, offenbar an Hunger Gestorbener finden den Weg ins Internet.  Wie viele Menschen aus der Hölle dieser seit etwa zwei Jahren von Regierungstruppen belagerten Stadt flüchteten, wie viele ihre Heime verloren und in den Trümmern zerbombter Häuser Unterschlupf fanden, weiß vorerst niemand. Homs ist nur eine der Stätten erbarmungsloser Grausamkeit in diesem Krieg, in dem die Brutalität keine Grenzen kennt. Doch Homs steht nun im Zentrum internationaler Aufmerksamkeit. Ein erster kleiner Schritt – Waffenstillstand, der humanitäre Hilfe für 2.500 Eingeschlossene ermöglichen soll – könnte, wenn erfolgreich, den Weg zu weiteren – zunächst winzigen, doch vielleicht zunehmend größeren Schritten der Verständigung zwischen den Todfeinden ebnen.

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Donnerstag, 30. Januar 2014

LEXIKON: Sinai – das verlorene Paradies

Hier, auf dem 2.285 Meter hohen Berg Sinai offenbarte sich Gott den Menschen. Auf Arabisch heißt er Mosesberg und gilt nach der Überlieferung als jener Platz, von dem aus Boraq, das Pferd des Propheten Mohammed, zum Himmel aufstieg. Die dreieckförmige Halbinsel Sinai besitzt religiöse Bedeutung für Christen ebenso, wie für Muslime, doch als „Tor“ zu Asien ebenso wie zu Afrika ist sie von alters her von enormem strategischen Wert für die Herrscher am Nil. Zu den frühen Bewohnern des Sinai zählten Semiten und Hamiten, die sich miteinander vermischten und schließlich noch lange vor der islamischen Eroberung im siebenten Jahrhundert von Arabern dominiert wurden. 

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Sonntag, 12. Januar 2014

LEXIKON: Grundgesetz für ein „neues Ägypten“

Verfassungsentwurf sieht größere Freiheitsgarantien vor, stärkt aber auch die Macht der Generäle und enthält Unklarheiten für den Übergangsprozess zur Demokratie
Das von Ägyptens Moslembruderschaft unter Präsident Mursi 2012 durchgepeitschte neue Grundgesetz enthielt Bestimmungen, die den Einfluss islamistischer Strömungen stärkten und den Weg zur Errichtung eines islamischen Staates offen ließen. Im abgeänderten Verfassungsentwurf, über den das Volk am 14. Und 15. Januar entscheidet, sind derartige Passagen eliminiert. Die Präambel betont Ägyptens Streben zum „Aufbau eines demokratischen, modernen Landes mit einer zivilen (nicht-militärischen und nicht-religiösen; Red.)Regierung“.

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Mittwoch, 11. Dezember 2013

LEXIKON: Gastarbeiter in Saudi-Arabien

„Als ob ich kein menschliches Wesen wäre“-  Wurzeln und Auswirkungen der „modernen Sklaverei“ 
Verzweifelte Männer und Frauen suchen seit Jahrzehnten der Perspektivlosigkeit und bitteren Armut in ihrer Heimat Südostasien und Ostafrika zu entfliehen und sich in den Ölmonarchien am Persischen Golf eine Lebensexistenz für sich und ihre Familien daheim  zu  schaffen. Mit ihrer unermüdlichen Arbeit sichern sie den durch den Ölboom der 1970er Jahre mit unermesslichen Reichtum gesegneten Wüstensöhnen ein Leben in Bequemlichkeit und Müßiggang. Selbst die Mütter übertragen mit Vorliebe die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder Mädchen aus den Philippinen und Sri Lanka.

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Sonntag, 18. August 2013

Die wahren Ziele der Moslembruderschaft

Hat sich Ägyptens größte islamitische Bewegung tatsächlich gemäßigt und modernisiert? – Zwei Optionen stehen ihr nun offen
von Birgit Cerha
Der Triumph der ägyptischen Moslembruderschaft (MB) nach mehr als acht Jahrzehnten teils blutigen Ringens um politische Relevanz und Macht währte kaum ein Jahr. Wieder sitzen viele ihrer führenden Mitglieder und Hunderte Anhänger im Gefängnis. Sie präsentieren sich als gewaltlose, demokratiesuchende Opfer einer neuen Militärdiktatur, die sie des Terrors bezichtigt, um sich so den Vorwand zur totalen Zerschlagung der Organisation zu schaffen.

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Dienstag, 6. August 2013

LEXIKON. Ägypten: Zahlen und Fakten

Ägypten ist mit 84 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste arabische Land.  Der Großteil der Bevölkerung lebt an den Ufern des Nils, auf sieben Prozent der Gesamtfläche von mehr als einer Million km2. Im Großraum der Hauptstadt Kairo, der größten Stadt Afrikas, konzentrieren sich offiziell 16,2 Millionen Einwohnern, in Wahrheit wahrscheinlich 25 Mio. Die Mehrheit der Bevölkerung  bilden die heute ethnisch homogene Gruppe der Ägypter, deren Ursprung bei indigenen afrikanischen Völkern und Arabern liegt. Größte Minderheit mit 140.000 Mitgliedern sind die in Clanstrukturen organisierten Nubier, die überwiegend im Süden des Landes leben und neben dem Arabischen ihre eigene Sprache und Kultur pflegen.  In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt. Zwischen 1960- und 1970 wurde eine Spitzen-Wachstumsrate von 3% erreicht, die heute auf 1,83% gesunken ist. Das Durchschnittsalter liegt bei 23,4 Jahren, die Lebenserwartung  bei Männern wird auf 72,93 Prozent und 75,66 % bei Frauen. 33,4%  der Bevölkerung ist unter 14 Jahren, 25 Prozent zwischen 18 und 29 und nur 4,3% 65 Jahre und älter. 28,6 % sind Analphabeten.

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Montag, 8. Juli 2013

LEXIKON: Ägypten: Wieviel Legitimität ist legitim?


Wieviel Wahrheit steckt in Zahlen? - Ein "Spiel", das den Willen des Volkes und die tiefe Spaltung des Landes in zwei Teile  reflektiert

von Birgit Cerha
 
Beide Seiten in dem sich dramatisch zuspitzenden Machtkampf in Ägypten berufen sich auf die „demokratische Legitimität“, die sie vertreten. Der gestürzte Präsident Mursi war in den ersten freien Wahlen vom Volk, wiewohl nur mit knapper Mehrheit, gewählt worden und nun durch eine Massenaktion von Millionen von Ägyptern mit Hilfe der Armee gestürzt worden. Die Ereignisse am Nil haben international heftige politische Debatten über die Frage von Legitimität ausgelöst, mit gegensätzlichen Meinungen darüber, ob die Aktion der Armee ein „legitimer Putsch“ gewesen sei, da sie sich auf den Willen der Mehrheit der Ägypter gestützt habe. In den gegenwärtigen Konfrontationen zwischen den beiden Teilen des Landes fordern die Moslembrüder energisch ihre demokratisch errungene Macht zurück, während sich die andere Seite  darüber empört, dass nicht nur die Anhänger Mursis, sondern auch viele westliche Medien  von einem Militärputsch sprechen, wiewohl es sich nur um die mehrheitlich gewünschte  Korrektur einer fehlgeleiteten Revolution handle.

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Sonntag, 26. Mai 2013

LEXIKON:Kusair: Wo sich Assads Schicksal entscheiden könnte

Die etwa 38.000 Bewohner zählende syrische Stadt Kusair, nur zehn Kilometer von der Grenze zum Libanon entfernt, besitzt entscheidende strategische Bedeutung in dem seit 14 Monaten tobenden Krieg zwischen Präsident Assad und seinen militanten Gegnern. Ihre Kontrolle ist heiß begehrt von Kämpfern beider Seiten. Denn wer Kusair im Orontes-Flusstal voll kontrolliert, der kann seinen Gegnern wichtige Nachschubwege blockieren. Kusair  liegt nicht nur nahe der Grenze zum Libanon, sondern auch nur 30 km von Syriens drittgrößter Stadt Homs entfernt, um deren volle Kontrolle das Regime seit vielen Monaten ringt.

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Freitag, 15. März 2013

LEXIKON: Irak-Krieg: Fast 200.000 Tote

Der gigantische Preis für den Sturz von Diktator Saddam Hussein
 
„Schrecken und Ehrfurcht“ nannten die USA die massive Bombenkampagne, mit der sie am 20. März 2003 ihren Krieg gegen Iraks Diktator Saddam Hussein startete.  Die Landinvasion amerikanischer und britischer Soldaten begann kurz darauf. Die menschlichen und finanziellen Kosten dieses Krieges werden immer noch gezählt.  Nach einer eben veröffentlichten Studie, genannt „Costs of War Project“,  des „Watson Institute for International Studies“ der amerikanischen „Brown University“ starben zwischen 176.000 und 189.000 Menschen (Iraker, Amerikaner, Briten, Zivilisten und Sicherheitskräfte, Aufständische und Journalisten, sowie Mitarbeiter humanitärer Organisationen)  als Folge dieses Krieges., mindestens 150.000 davon Iraker. Nach anderen Schätzungen mussten zwischen 2005 und 2008  rund 30.000 Iraker die blutigen Kämpfe zwischen arabischen Sunniten und Schiiten und den Terror von Angehörigen des gestürzten Baath-Regimes, sowie des Al-Kaida-Netzwerkes mit ihrem Leben bezahlen. Rund 4.900 amerikanische und 180 britische Soldaten wurden getötet, mehr als 31.000 Angehörige der US-Streitkräfte erlitten Verletzungen, viele davon leiden bis heute unter den Kriegstraumen.

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Sonntag, 17. Februar 2013

LEXIKON: Jabhat al Nusra

Die wachsende Macht der Jihadis in Syrien - Größte Gefahr für die Zukunf

von Birgit Cerha

„Wir sind human und wir hassen niemanden.“ Entschieden wehrt sich Hadschi Rasoul, leitender Kommandant der „Jabhat al-Nusra“ (JN) in Syriens größter Stadt Aleppo gegen das in seinen Augen „falsche Image“, das sich im Westen von seiner militanten Jihadi-Gruppe breitmacht. Seit einigen Wochen meldet JN in immer rascherer Reihenfolge Sieg um Sieg, Geländegewinn um Geländegewinn im Kampf gegen die Streitkräfte Baschar el Assads. Die Erfolge beschränken sich allerdings weitgehend auf den Osten Syriens, wo JN, gemeinsam mit anderen Rebellen u.a. neben zwei wichtigen Militärstützpunkten den größten Damm am Euphrat unter ihre Kontrolle brachte. Aber auch in Damaskus hat JN bei Kämpfen die Führung übernommen, dort allerdings erweist sich der Widerstand des Regimes als all zu stark.

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