Samstag, 22. August 2015

LEXIKON: Äthiopiens Großer Renaissance Damm

Die Hälfte des großen Prestigeprojekts Äthiopiens am Oberlauf des Blauen Nils ist bereits fertiggestellt und  sorgt für schwere Irritationen zwischen den Nachbarstaaten. 2017 soll „Äthiopiens Großer Renaissance-Damm“ (GERD)  in der Genishangul-Gumuz Region nur 20 km von der sudanesischen Grenze entfernt, fertig sein und eine ganze Region mit Strom versorgen. Das rund fünf Milliarden Dollar teure Projekt soll 6000 Megawatt Strom erzeugen  - so viel wie fünf Atomkraftwerke.  Die hohe Strommenge erklärt sich u.a. durch die großen Wassermassen, die im Blauen Nil fließen.
Äthiopien will so den aufstrebenden Industriesektor anfeuern und bis zu 2000 Megawatt an die afrikanischen Nachbarn verkaufen - auch an Ägypten. Die ersten Lieferverträge sind bereits unterschrieben, aber viele Konflikte bleiben ungelöst.
GERD soll das größte Wasserkraftwerk des Kontinents werden. Der Staudamm soll eine Länge von 1780 Metern und eine Höhe von 145 erreichen und 74,5 Mrd m3 Wasser des Blauen Nils aufstauen. Der Damm wird ausschließlich aus äthiopischen Eigenmitteln finanziert. Experten sagen ihm aber wegen der hohen Menge an Schlamm, die der Blaue Nil mit sich führt, eine Lebensdauer von nur 50 Jahren voraus, die nur durch den Bau von vier anderen Dämmen auf bis zu 200 Jahre verlängert werden könnte – Projekte, die Äthiopien wohl ins Auge fassen dürfte, mit unabsehbaren Folgen für Ägypten.
ende

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