Freitag, 15. März 2013

LEXIKON: Irak-Krieg: Fast 200.000 Tote

Der gigantische Preis für den Sturz von Diktator Saddam Hussein
 
„Schrecken und Ehrfurcht“ nannten die USA die massive Bombenkampagne, mit der sie am 20. März 2003 ihren Krieg gegen Iraks Diktator Saddam Hussein startete.  Die Landinvasion amerikanischer und britischer Soldaten begann kurz darauf. Die menschlichen und finanziellen Kosten dieses Krieges werden immer noch gezählt.  Nach einer eben veröffentlichten Studie, genannt „Costs of War Project“,  des „Watson Institute for International Studies“ der amerikanischen „Brown University“ starben zwischen 176.000 und 189.000 Menschen (Iraker, Amerikaner, Briten, Zivilisten und Sicherheitskräfte, Aufständische und Journalisten, sowie Mitarbeiter humanitärer Organisationen)  als Folge dieses Krieges., mindestens 150.000 davon Iraker. Nach anderen Schätzungen mussten zwischen 2005 und 2008  rund 30.000 Iraker die blutigen Kämpfe zwischen arabischen Sunniten und Schiiten und den Terror von Angehörigen des gestürzten Baath-Regimes, sowie des Al-Kaida-Netzwerkes mit ihrem Leben bezahlen. Rund 4.900 amerikanische und 180 britische Soldaten wurden getötet, mehr als 31.000 Angehörige der US-Streitkräfte erlitten Verletzungen, viele davon leiden bis heute unter den Kriegstraumen.
Derartige Folgen jahrelangen Terrors auf die irakische Zivilbevölkerung hat bislang niemand studiert. In einigen Kriegsregionen steigen schwere Krankheiten unter der Zivilbevölkerung, insbesondere auch bei Neugeborenen durch Verseuchung in alarmierendem Maße.  Rund  fünf Millionen Iraker hatte der Krieg in die Flucht getrieben, etwa zwei Millionen davon ins Ausland.  Viele sind bis heute nicht heimgekehrt.
Die USA kostete der Krieg laut „Costs of War Project“ 2,2 Billionen Dollar, die durch Kredite gedeckt wurden. Die Gesamtkosten könnten somit durch die Zinsen in den kommenden 40 Jahren auf mehr als sechs Billionen steigen.
Der Irak hat sich von Krieg und den Zerstörungen bis heute kaum erholt – ausgenommen das autonome Kurdistan.  Nach jüngsten Schätzungen der UNO leben mehr als sieben Millionen Iraker (23 Prozent der Bevölkerung) in absoluter Armut, sie müssen mit umgerechnet weniger als 2,2 Dollar im Tag auskommen.