Mittwoch, 8. Februar 2017

Sisis „Republik der Panik“

Sechs Jahre nach dem Sturz Diktator Mubaraks herrschen in Ägypten Unterdrückung und Angst wie nie zuvor – Nur wenige haben die Hoffnung nicht verloren
 
von Birgit Cerha
 
„Wir sind auf dem rechten Kurs.“ Ägyptens Militärdiktator Abd al Fatah al Sisi gibt sich den Anschein von Zuversicht, während sein Volk der 18 euphorischen Tage gedenkt, der Revolution der Massen, die am 11. Februar 2011 Hosni Mubarak, im Volksmund vielsagend der „Pharao“ genannt, nach drei Jahrzehnten der Diktatur vom Thron stürzten.

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Sonntag, 5. Februar 2017

Iran-USA: Eskalierender Kampf um Hegemonie

Ist die „Islamische Republik“ wirklich ein so mächtiger „Förderer des Terrors“ wie die Trump-Administration behauptet?
 
von Birgit Cerha
 
„Wenn wir den kleinsten Fehltritt der Feinde bemerken, werden unsere dröhnenden Raketen auf ihre Köpfe fallen.“ Mit diese Drohung begleitete Brigardegeneral Amir Ali Hadschizadeh am Wochenende Militärmanöver der mächtigen Revolutionsgarden, die den USA demonstrieren sollen, dass sie die „Islamische Republik“ nicht einschüchtern können. Auch verbal eskaliert Teheran die Kraftprobe mit der neuen US-Administration, der sie Dilettantismus vorwirft, nachdem sie als Reaktion auf einen iranischen Raketentest Sanktionen gegen den Iran verhängt hatte. Die neuaufgeflammten Spannungen zwischen dem  Iran und den USA lösen tiefe Beunruhigung unter der iranischen Bevölkerung aus, die nach Abschluss eines Atomabkommens mit den Weltmächten 2015 endlich aus jahrzehntelanger Isolation ausgebrochen waren und nun erstmals selbst einen Krieg unter der Führung des so unberechenbar erscheinenden US-Präsidenten fürchten.

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Donnerstag, 12. Januar 2017

Was der Mittlere Osten von Trump erwartet


Kann ein russisch-amerikanischer Dialog  der blutig-turbulenten Region neue Hoffnung geben?

von Birgit Cerha
Mit einer  Mischung aus Erleichterung, schwacher Hoffnung und quälenden Zukunftsängsten blicken die Herrscher des Mittleren Ostens dem Wechsel im Weißen Haus in Washington entgegen. Erleichtert sind vor allem die Autokraten am Persischen Golf oder der ägyptische Diktator Sisi darüber, dass Obama nun endgültig die Weltbühne verlässt. Der scheidende US-Präsident hinterlässt in der Region eine Schar von enttäuschten, ja verbitterten Führern, hatte er doch seiner Versöhnungsrede an die arabische Welt, mit der er 2009 in Kairo die durch die aggressive Politik  seines Vorgängers George Bush aufgerissenen Gräben zuschütten wollte, nicht die erhofften Taten folgen lassen. Das ausgeprägte Bemühen, sich (mit Ausnahme des Libyen-Fiaskos) nicht militärisch in die mit dem „arabischen Frühling“ 2011 ausgebrochenen Turbulenzen einzumischen, erzürnte vor allem die jahrzehntelangen Verbündeten, die sich von der Supermacht im Stich gelassen fühlten, allen voran die arabischen Autokraten am Persischen Golf.

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Montag, 9. Januar 2017

Iran verlor eine mächtige Stimme der Vernunft

Der Tod Hashemi Rafsandschanis trifft die Islamische Republik, aber auch die gesamte Region in einem besonders kritischen Zeitpunkt
 
von Birgit Cerha
 
„Die Seele eines großen Mannes der Revolution, eines Symbols der Geduld und der Stärke ist in den Himmel aufgestiegen.“ Mit diesen Worten beschreibt Irans Präsident Rouhani den Tod seines wichtigsten Mentors, Ex-Präsident Hashemi Rafsandschani, der Sonntag im Alter von 82 Jahren einem Herzinfarkt erlag. Mit einer dreitägigen Staatstrauer verabschiedet die „Islamische Republik“ einen Geistlichen, der ihrem Gründer Khomeini nahe gestanden war, ihn wie kaum ein anderer  beeinflusst und mitunter auch gelenkt hatte und der in verschiedensten Funktionen, zweimal auch als Präsident, die Geschicke des Landes als mächtigster Politiker bestimmt hatte. Sein Tod hätte für die gemäßigten Kräfte in der “Islamischen Republik“, ja für Rouhani selbst, aber auch für die gesamte Region zu kaum einem kritischeren Zeitpunkt kommen können.

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Freitag, 6. Januar 2017

Putin demonstriert seinen Triumph in Syrien

Von Birgit Cerha

Teilabzug der russischen Truppen – Doch der Krieg ist noch lange nicht zu Ende
 
Als „Teilerfüllung“ seiner militärischen Mission in Syrien will Russlands Präsident Putin die Freitag begonnene Reduzierung der russischen Militärkraft am Mittelmeer verstanden wissen. Der gigantische Flugzeugträger Kuznetsov, der vom russischen Marinestützpunkt Tartus aus ab November entscheidend zur Niederlage der Rebellen in Ost-Aleppo beigetragen hatte, trat seine Heimreise an. Wieviele russische Militärkräfte ihm  folgen werden, bleibt offen und gibt Anlass zu Mutmaßungen, dass dieser groß angekündigte Rückzug mehr symbolisch/politische als strategisch/militärische Bedeutung haben könnte.

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Samstag, 17. Dezember 2016

Die Kinderterroristen des “Islamischen Staates”

Warum Extremistenorganisationen zunehmend Minderjährige als Kämpfer, Mörder und für Selbstmordattentate einsetzen
 
von Birgit Cerha
 
Die Festnahme eines Zwölfjährigen, der einen Bombenanschlag auf den Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen geplant haben soll, wirft ein Schlaglicht auf die laut Experten „in beispiellosem Ausmaß“ zunehmende Mobilisierung von Kindern und Jugendlichen für Terrorakte durch radikale Islamistenorganisationen wie den „Islamischen Staat“ (IS), die nigerianische Boko Haram und die afghanischen Taleban.

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“Wir schmelzen wie Kerzen”

Angesichts der Welle von Terror, Entführungen und Morden, kann das Christentum in seiner nahöstlichen Geburtsregion überleben?
 
„Sie haben mein Auto zerstört, meine Kirche vor meinen Augen in Brand gesteckt. Sie haben mir ins Bein geschossen. Neun Tage lang haben sie mich gefangen gehalten , meine Nase, meine Zähne mit einem Hammer eingeschlagen, einen Wirbel gebrochen. Christ sein im Irak ist eine unmögliche Mission“, klagt der Priester Douglas Bazi. „Wie können meine Glaubensbrüder hier och existieren?“

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Donnerstag, 15. Dezember 2016

Zeit für die Wahrheit

von Birgit Cerha
 
Syrien erlebt nicht nur einen Krieg, der sich in die Reihe der grausamsten der Neuzeit einordnet. Es ist ein Krieg, der trotz modernster Kommunikationsmittel die Außenwelt weitgehend ratlos lässt. Was dort an Verbrechen und Barbareien tatsächlich geschah und geschieht, von wem verübt, bleibt bisher weitgehend im Dunkeln. Wenn Assad beklagt, dass der Westen das Leid der in Ost-Aleppo eingeschlossenen Zivilisten beweint und jenes in den von ihm kontrollierten Gebieten ignoriert, so betreibt er nach alter Manier Propaganda. Und dennoch enthält die Kritik so manche Wahrheit.

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