Lässt sich der Weg zu einer neuen, einer islamistischen,
Diktatur am Nil noch blockieren?
von Birgit Cerha
Ägypten stand Montag auf des „Messers Schneide“. Noch nie,
seit Beginn der Revolution gegen Diktator Mubarak am 25. Januar 2011 war das
Land so alarmierend tief polarisiert wie heute. Ein „Marsch von Millionen“, zu
dem Islamistische Kräfte, angeführt von den Anhängern Präsident Mursis auf der
einen und einer Opposition aus Linken, Säkularisten, Liberalen und Sympathisanten
des alten Regimes auf der anderen Seite droht heute, Dienstag das Ringen um ein
neues politisches System am Nil gefährlich zu eskalieren. Zwar rufen die
Demonstranten, die sich seit vier Tagen auf dem Kairoer Tahrir-Platz versammelt
haben, um gegen die neuen „pharaonischen Dekrete“ zu demonstrieren, die Mursi
vergangenen Donnerstag erlassen hatte, wieder, wie vor fast zwei Jahren, nach dem
„Sturz des Regimes“, diesmal eines vom Volk gewählten.
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